Die Kreuzfahrtsparte der MSC Group ist die erste globale Kreuzfahrtmarke, die mit dem „Green Marine Europe Label“ zertifiziert wird

Zürich– 14. Februar 2022. Die Kreuzfahrtsparte der MSC Group gab heute bekannt, als erstes grosses Kreuzfahrtunternehmen weltweit der Initiative „Green Marine Europe“ beizutreten. Dabei handelt es sich um ein freiwilliges Umweltzertifizierungsprogramm für die maritime Industrie. Nach dem Erfolg des nordamerikanischen Umweltzertifizierungsprogramms von Green Marine wurde das europäische Programm 2020 ins Leben gerufen, um einen Mechanismus zu schaffen, der Schiffseigner dabei unterstützt, ihre Umweltbilanz auf europäischer Ebene nachzuweisen. Dies wird die Kreuzfahrtsparte der MSC Group dabei unterstützen, bis 2050 einen emissionsfreien Schiffsbetrieb zu erreichen.

 

Um den Erfolg zu sichern, verpflichten sich die beiden Marken MSC Cruises und die neu eingeführte Luxusmarke Explora Journeys, ihre Umwelt-Performance gemäss den Leitlinien des Programms jährlich zu messen und die Fortschritte bei wichtigen Leistungsindikatoren zu verfolgen: Schutz vor Einbringung invasiver Arten, Luftemissionen (Schwefeloxide, Stickoxide und Feinstaub), Treibhausgasemissionen, Öleinleitungen, Abfallmanagement, Unterwassergeräusche und verantwortungsvolles Schiffsrecycling. 
In den letzten Jahren hat MSC dank des Einsatzes modernster Umwelttechnologien, Kraftstoffe und dazugehöriger Massnahmen erhebliche Fortschritte in allen Bereichen des Kreuzfahrtbetriebs erzielt. Dazu zählen unter anderem die Bereiche Emissionskontrollsysteme, Ballastwasseraufbereitungssysteme und moderne Abwasserreinigungssysteme. Die ersten beiden Schiffe von Explora Journeys, die sich derzeit im Bau befinden, werden mit diesen und weiteren Umwelttechnologien ausgestattet.

Die beiden Marken haben sich ebenfalls verpflichtet, ihre jährliche Umweltbilanz einer externen akkreditierten Prüfstelle vorzulegen und zu veröffentlichen.

Pierfrancesco Vago, Executive Chairman der Kreuzfahrtsparte der MSC Group, sagte: „Auch wenn die letzten zwei Jahre sehr herausfordernd waren, haben wir unsere langfristige Verantwortung nie aus den Augen verloren. Im Einklang mit unserer Verpflichtung zur Nachhaltigkeit und unserem Versprechen, bis 2050 einen emissionsfreien Betrieb zu erreichen, wird uns das Green Marine Europe Label dabei helfen, unsere Fortschritte zu kontrollieren und diese mit unseren Gästen, den Destinationen, die wir besuchen, und allen anderen Interessengruppen zu teilen. Währenddessen setzen wir unsere Arbeit an mehreren Projekten fort, die sich mit der Entwicklung nachhaltiger Kraftstoffe und Technologielösungen befassen.“

Das Green Marine Europe Label ist das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen dem nordamerikanischen Umweltzertifizierungsprogramm Green Marine, das seit zehn Jahren besteht, und der Surfrider Foundation, einer führenden NGO im Bereich des Meeres- und Küstenschutzes in der Europäischen Union. Die Partnerschaft besteht seit 2019, das Programm wurde im Frühjahr 2020 gestartet. 

Minas Myrtidis, Vice President Environmental Operations and Compliance bei MSC Cruise Management, sagte: „Die Zertifizierung mit dem Green Marine Europe Label für unsere gesamte Flotte ist ein weiterer Beweis unseres Engagements für ökologische Nachhaltigkeit und spiegelt unser Ziel wider, unsere Leistungen in diesem Bereich kontinuierlich zu verbessern.“

Über das Engagement der Kreuzfahrtsparte der MSC Group für einen emissionsfreien Schiffsbetrieb
Als Familienunternehmen mit einer dreihundertjährigen maritimen Tradition setzt sich der Geschäftsbereich Kreuzfahrten der MSC Group für den Schutz unseres Planeten und der Ökosysteme der Ozeane für künftige Generationen ein. Im Jahr 2021 hat MSC einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht und seine Führungsrolle in der Branche untermauert, indem sich das Unternehmen verpflichtet hat, bis 2050 einen emissionsfreien Kreuzfahrtbetrieb zu erreichen. Dies ist eine gewaltige Aufgabe, denn die Kraftstoffe und Technologien, die diesen Wandel ermöglichen können, gibt es entweder noch nicht in grossem Massstab oder sie sind noch nicht für den kommerziellen Einsatz ausgereift. Deshalb arbeitet MSC an verschiedenen Projekten, um an der Entwicklung neuer Kraftstoffe und Technologien zu forschen und sie zu beschleunigen, um dem Unternehmensziel näherzukommen. Dazu gehören:

Wasserstoffbetriebene Schiffe:
MSC Cruises ist 2021 eine Partnerschaft mit dem führenden Schiffbauer Fincantieri und Snam, einem Unternehmen für Energieinfrastruktur, eingegangen, um gemeinsam die Bedingungen für die Konstruktion und den Bau des weltweit ersten hybriden, mit Wasserstoff/LNG betriebenen Kreuzfahrtschiffs zu ermitteln, das in bestimmten Bereichen einen emissionsfreien Betrieb ermöglichen würde. Dazu gehören die Einrichtung von Schiffsräumen zur Unterbringung der erforderlichen Wasserstofftechnologien und Brennstoffzellen, die Ermittlung der technischen Parameter der Systeme an Bord, die Berechnung der potenziellen Treibhausgasemissionen sowie eine technische und wirtschaftliche Analyse der Wasserstoffversorgung und der Infrastruktur an Land.

Brennstoffzellen auf LNG-betriebenen Schiffen:
Brennstoffzellen bieten ein grosses Potenzial zur Erzielung bedeutender Reduzierungen. Nach der Bestellung von drei Schiffen, die mit LNG betrieben werden – einem Übergangskraftstoff, der bis zu 21 Prozent weniger Treibhausgasemissionen verursacht –, prüft MSC die Integration von Brennstoffzellen, um weitere Einsparungen zu erzielen. 2019 stellten die MSC Cruise Division und die Werft Chantiers de l'Atlantique „Blue Horizon“ vor, ein bahnbrechendes Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das sich auf die Integration einer Festoxid-Brennstoffzellen-Technologie (SOFC) auf LNG-betriebenen Kreuzfahrtschiffen konzentriert.

Nachrüstung der Brennstoffzellentechnologie:
Die MSC Cruise Division ist ausserdem einem Konsortium mit GE Power Conversion, Lloyd's Register und Ceres Power Holdings beigetreten, um zu untersuchen, wie die Hindernisse für die Einführung von Brennstoffzellen in grossen Schiffen beseitigt werden können. Es soll untersucht werden, wie Festoxid-Brennstoffzellen (SOFCs) in die Betriebsfunktionen eines Schiffes integriert werden können, einschließlich der bestehenden Energie- und Antriebsarchitektur, so dass die Auswirkungen des Einsatzes der SOFC-Technologie im Hinblick auf die Reduzierung der Gesamtemissionen quantifiziert werden können. Das Projekt wurde im Rahmen der Clean Maritime Demonstration Competition des britischen Verkehrsministeriums gefördert.

Kohlenstoffarme Technologien und Schiffsdesign:
Die Kreuzfahrtsparte von MSC arbeitet auch mit führenden Unternehmen der Branche und der Wissenschaft in einem Forschungsprojekt zusammen, das durch die Kombination von fortschrittlichen Energietechnologien und innovativem Schiffsdesign eine kohlenstoffarme Schifffahrt fördert. An dem von der Universität Vaasa geleiteten „CHEK-Konsortium“ (deCarbonising sHipping by Enabling Key Technology symbiosis on real vessels concept designs) sind unter anderem die World Maritime University, Wärtsilä, Cargill und Lloyds Register beteiligt.


Weitere Details zu den Umwelttechnologien der neuen Schiffe:

Luftemissionen: Hybride Abgasreinigungssysteme, die die Schwefeloxidemissionen (SOx) um 98 Prozent reduzieren. Viele unserer Schiffe sind ausserdem mit hochmodernen SCR-Systemen (Selective Catalytic Reduction) ausgestattet, die den Ausstoss von Stickoxiden (NOx) um 90 Prozent reduzieren. 

Durch Landstromversorgung können die Schiffe in Häfen, in denen die Infrastruktur vorhanden ist, an das lokale Stromnetz angeschlossen werden und ihre Motoren abschalten. Dies ermöglicht eine Minimierung des Motorbetriebs am Liegeplatz, was zu einer erheblichen Verringerung der Emissionen führt, wenn sie sich in städtischen Gebieten befinden.

Abwassersystem: Ein fortschrittliches Abwasseraufbereitungssystem, das den weltweit strengsten Standards der Resolution MEPC 227(64) der IMO entspricht - dem sogenannten "Baltic Standard". Ein fortschrittliches Ballastwasser-Reinigungssystem wird die Einbringung invasiver Arten in die Meeresumwelt durch Ballastwassereinleitungen verhindern und entspricht der Ballastwasser-Management-Konvention der IMO.

Schutz der Meereslebewesen: Das Schiff wird auch mit Systemen ausgestattet, die die Unterwassergeräusche reduzieren, um die möglichen Auswirkungen auf Meeresbewohner zu verringern.

Energie-Effizienz: Alle Neubauten von MSC Cruises sind mit einer Vielzahl energieeffizienter Lösungen ausgestattet, die dazu beitragen, den Energieverbrauch zu reduzieren und zu optimieren. Dazu gehören eine intelligente Belüftung und fortschrittliche Klimaanlagen mit automatischen Energierückgewinnungsschleifen, die Wärme und Kälte umverteilen, um den Bedarf zu senken. Die Schiffe verwenden LED-Beleuchtung, die von intelligenten Managementsystemen gesteuert wird, um das Energiesparprofil weiter zu verbessern. In Zusammenarbeit mit der Werft wird die MSC Euribia mit digitalen Datenerfassungssystemen für die Fernüberwachung des Energieverbrauchs und fortschrittliche Analysen ausgestattet. Das ermöglicht eine Unterstützung in Echtzeit von Land aus, um die betriebliche Effizienz an Bord zu optimieren.

Die nächste Generation von LNG-angetriebenen Schiffen
Die MSC World Europa und die MSC Euribia werden die ersten LNG-betriebenen Schiffe sein, die 2022 bzw. 2023 in die Flotte von MSC Cruises aufgenommen werden. Mit dem Bau der World Europa II, der Anfang 2023 beginnen soll, entspricht dies einer Investition von drei Milliarden Euro in LNG-Schiffe.

Diese Schiffe spielen eine wichtige Rolle bei der Verpflichtung des Unternehmens, bis 2050 Emissionsfreiheit zu erreichen. LNG ist der bei weitem sauberste Schiffskraftstoff, der derzeit in grossem Massstab verfügbar ist, und er eliminiert praktisch alle lokalen Luftschadstoffemissionen wie Schwefeloxide (99%), Stickoxide (85%) und Feinstaub (98%). Was die Emissionen mit globaler Auswirkung betrifft, so spielt LNG eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung des Klimawandels. Die Motoren dieser beiden Schiffe haben das Potenzial, die CO2-Emissionen im Vergleich zu Standardkraftstoffen um bis zu 25 Prozent zu senken. Darüber hinaus wird diese Energiequelle mit der späteren Verfügbarkeit von Bio- und synthetischem LNG einen Weg zur Dekarbonisierung des Betriebs eröffnen